Statussymbole: Wer braucht sie, wer nicht

04 / July 2014

Einige Statussymbole lassen sich nicht mit Geld bezahlen„Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“ – materielle Bedürfnisse, Statussymbole und Prahlereien sind uns Menschen nicht fremd. Aber sind Statussymbole oder Prestigeobjekte heutzutage wirklich wichtig oder zählen andere Werte?

Wer an Statussymbole denkt, der sieht wohl zunächst materielle Güter vor seinen Augen: Autos, technische Geräte wie Smartphones und Computer, kostbaren Schmuck und teure Markenuhren, die mehr als ein normales Monatsgehalt kosten. Damit sollen Freunde, Bekannte oder am besten die ganze Welt beeindruckt werden: „Seht her, ich kann mir alles leisten was ich begehre“. Statussymbole sollen zudem ein Rollenselbstverständnis vermitteln. Aber sind solche materiellen Güter wirklich noch erstrebenswert?

Wer prahlt am meisten?

Laut einer repräsentativen Studie des Instituts GfK Marktforschung für die „Apotheken Umschau“, prahlt mindestens jeder Vierte gerne mit seinem Eigentum. Dabei seien besonders Jugendliche und junge Erwachsene anfällig für Angeberei, während Menschen ab 60 Jahren auf Schlichtheit und Zurückhaltung setzen. Die Online-Umfrage der Berliner Strategieagentur Diffferent aus dem Jahr 2013 kam auf ein ähnliches Ergebnis. So haben 42 Prozent der 18-29jährigen zugegeben, dass sie sich gelegentlich nur etwas leisten, um bei ihren Freunden Eindruck zu schinden. Psychologen und Marktforscher sehen darin ihre These bestätigt, dass der Wunsch nach positiver Unterscheidung innerhalb der Gesellschaft nach wie vor zentral vorhanden ist.

Was stellen Statussymbole dar?

Mit Statussymbolen kann der Besitzer seinen gesellschaftlichen Stand oder sozialen Status aber auch seine Wertvorstellungen zum Ausdruck bringen – und das öffentlich ohne es dabei wortwörtlich auszusprechen. Das übernimmt das Statussymbol manchmal prahlerisch, manchmal fast unmerklich. Darüber hinaus geben Prestigeobjekte den Menschen die Möglichkeit sich individuell zu inszenieren (unter anderem mit dem Kleidungsstil – z.B. „Military“, „Grunge“ oder edle Designermode) und abzugrenzen, aber gleichzeitig auch die Chance die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (z.B. Porsche-Fahrer oder Ferrari-Fahrer) zur Schau zu stellen, so die Psychologin Andrea E. Abele-Brehm im Interview mit dem Magazin Cicero.

Daneben lassen sich durch Statussymbole aber auch Autoritäten – Polizisten in Uniform, Ärzte mit Doktortitel und weißem Kittel - vermitteln und in Führungspositionen kann es durchaus hilfreich sein, seine Repräsentationspflichten mit Statussymbolen zu unterstreichen. Doch nicht jeder Mensch lasse sich von den gleichen Statussymbolen beeindrucken, so Abele-Brehm. Ihrer Ansicht nach spielen bei Statussymbolen immer drei Faktoren eine Rolle: Um welche Statussymbole geht es? Wer trägt/hat sie? Wer schaut sich die Statussymbole an? So können materielle Statussymbole bei einigen durchaus angemessen wirken, während die bei anderen einfach nur protzig anzuschauen sind.

Unbezahlbare Statussymbole

Die verschiedenen Studien zeigen jedoch, dass auf der Suche nach Status nicht nur auf käufliche Güter geschaut wird. Überraschenderweise sind mehr als die Hälfte der Wünsche der Deutschen nicht käuflich. So zählen zwar noch immer Porsche und Rolex zu den geläufigsten Statussymbolen, aber die meisten Befragten der „Different-Studie“ setzten auf andere Prioritäten, die sie von der Masse abheben sollen. So z.B.:

  • (Frei-)Zeit
  • Fitness/Gesundheit
  • Fremdsprachen
  • Karriere/unbefristeter Arbeitsvertrag
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Ehe
  • Kinder

Selbst die jungen Erwachsenen tendierten mehrheitlich zu konservativen Werten, wie z.B. eine gute Ehe und auch ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung sei ihrer Ansicht nach erstrebenswert. Allerdings spielen bei den jüngeren Menschen auch immer noch Äußerlichkeiten eine wichtige Rolle: so gaben 64 Prozent der befragten Jugendlichen in der „Different-Umfrage“ an, dass es ihnen es sehr wichtig sei, einen Partner zu finden, den die anderen für gut aussehend halten. Ältere Menschen legen dagegen mehr Wert auf Ruhe, Gelassenheit und Erlebnisse.


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